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Andere Antimykotika zur systemischen Anwendung
Micafungin
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung. Weißes, kompaktes Pulver.
Mycamine 50 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung - 1 Durchstechflasche enthält 50 mg Micafungin als Natrium-Salz - Nach Rekonstitution enthält jeder Milliliter 10 mg Micafungin als Natrium-Salz - Sonstige Bestandteile: Jede 50-mg-Durchstechflasche enthält 200 mg Lactose. Mycamine 100 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung - 1 Durchstechflasche enthält 100 mg Micafungin als Natrium-Salz - Nach Rekonstitution enthält jeder Milliliter 20 mg Micafungin als Natrium-Salz - Sonstige Bestandteile: Jede 100-mg-Durchstechflasche enthält 200 mg Lactose.
Mycamine ist indiziert bei: Erwachsenen, Jugendlichen = 16 Jahren und älteren Patienten zur: - Behandlung einer invasiven Candidose. - Behandlung der ösophagealen Candidose bei Patienten, für die eine intravenöse Behandlung angebracht ist. - Prophylaxe von Candida-Infektionen bei Patienten, die sich einer allogenen, hämatopoetischen Stammzelltransplantation unterziehen oder wenn eine Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl < 500/µl) von mindestens 10 oder mehr Tagen zu erwarten ist. Kindern (einschließlich Neugeborenen) und Jugendlichen < 16 Jahre zur: - Behandlung einer invasiven Candidose. - Prophylaxe von Candida-Infektionen bei Patienten, die sich einer allogenen, hämatopoetischen Stammzelltransplantation unterziehen oder wenn eine Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl < 500 Zellen/µl) von mindestens 10 oder mehr Tagen zu erwarten ist. Die Entscheidung, Mycamine anzuwenden, sollte in Betracht ziehen, dass ein Risiko zur Lebertumorbildung besteht (siehe Spezielle Vorkehrungen). Mycamine ist daher nur anzuwenden, wenn andere Antimykotika nicht geeignet sind.
Offizielle/nationale Leitlinien über die angemessene Anwendung von Antimykotika sind zu berücksichtigen. Die Behandlung mit Mycamine ist von einem Arzt einzuleiten, der Erfahrung mit der Behandlung von Pilzinfektionen hat. Zur Isolierung und Identifizierung der (des) Krankheitserreger(s) sind vor der Behandlung Pilzkulturen anzusetzen und andere relevante Laboruntersuchungen durchzuführen (einschließlich histopathologischer Untersuchungen). Die Behandlung kann noch vor Bekanntwerden der Ergebnisse solcher Kulturen oder Untersuchungen begonnen werden. Wenn die Ergebnisse bekannt sind, ist die antimykotische Therapie jedoch entsprechend anzupassen. Die Dosierung von Mycamine hängt vom Körpergewicht des Patienten ab: Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen = 16 Jahren und älteren Patienten Indikation Körpergewicht > 40 kg Körpergewicht = 40 kg Behandlung von invasiver Candidose 100 mg/Tag* 2 mg/kg/Tag Behandlung der ösophagealen Candidose 150 mg/Tag 3 mg/kg/Tag Prophylaxe von Candida-Infektionen 50 mg/Tag 1 mg/kg/Tag * Bei nicht ausreichendem Ansprechen des Patienten (z. B. Kulturen weiterhin positiv oder wenn keine klinische Besserung eintritt) kann die Dosis bei Patienten mit einem Körpergewicht von > 40 kg auf 200 mg/Tag oder bei Patienten = 40 kg auf 4 mg/kg/Tag erhöht werden. Behandlungsdauer Invasive Candidose: Candida-Infektionen sind mindestens 14 Tage lang zu behandeln. Nach zwei aufeinanderfolgenden negativen Blutkulturen und nach dem Abklingen der klinischen Anzeichen und Symptome der Infektion sollte die antimykotische Therapie noch mindestens 1 Woche lang fortgesetzt werden. Ösophageale Candidose: Die Behandlung der ösophagealen Candidose mit Mycamine sollte nach dem Abklingen der klinischen Anzeichen und Symptome noch mindestens 1 Woche lang fortgesetzt werden. Prophylaxe von Candida-Infektionen: Zur Prophylaxe von Candida-Infektionen sollte Mycamine nach Normalisierung der Neutrophilenzahl noch mindestens 1 Woche lang verabreicht werden. Anwendung bei Kindern (einschließlich Neugeborene) und Jugendlichen < 16 Jahren Indikation Körpergewicht > 40 kg Körpergewicht = 40 kg Behandlung invasiver Candidose 100 mg/Tag* 2 mg/kg/Tag* Prophylaxe von Candida-Infektionen 50 mg/Tag 1 mg/kg/Tag *Bei nicht ausreichender Wirkung (z. B. Kulturen weiterhin positiv oder wenn keine klinische Besserung eintritt) kann die Dosierung bei Patienten mit einem Körpergewicht > 40 kg auf 200 mg/Tag und bei Patienten mit einem Körpergewicht = 40 kg auf 4 mg/kg/Tag erhöht werden. Behandlungsdauer Invasive Candidose: Candida-Infektionen sind mindestens 14 Tage lang zu behandeln. Nach zwei aufeinanderfolgenden negativen Blutkulturen und nach dem Verschwinden der klinischen Zeichen und Symptome der Infektion sollte die antimykotische Therapie noch mindestens 1 Woche lang fortgesetzt werden. Prophylaxe von Candida-Infektionen: Zur Prophylaxe von Candida-Infektionen sollte Mycamine nach Normalisierung der Neutrophilenzahl noch mindestens 1 Woche lang verabreicht werden. Die Erfahrung mit Mycamine bei der Behandlung von Patienten unter 2 Jahren ist begrenzt. Geschlecht/ethnische Zugehörigkeit Eine Dosisanpassung ist aufgrund von Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit nicht erforderlich. Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Bei Patienten mit Leberinsuffizienz leichten oder mäßigen Schweregrades ist keine Dosisanpassung erforderlich. Über die Anwendung von Mycamine bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen gegenwärtig keine Angaben vor. Die Behandlung solcher Patienten mit Mycamine wird nicht empfohlen (siehe Spezielle Vorkehrungen). Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich. Nach Rekonstitution und Verdünnung ist die Lösung über ca. 1 Stunde intravenös anzuwenden. Schnellere Infusionen können zu vermehrten histaminabhängigen Reaktionen führen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Hepatische Wirkungen: Nach einer Behandlungsperiode von = 3 Monaten wurden bei Ratten Foci präneoplastischer Hepatozyten (foci of altered hepatocytes, FAH) und hepatozelluläre Tumore beobachtet. Der vermutliche Schwellenwert für die Tumorentwicklung bei Ratten befand sich in etwa im Bereich der klinischen Exposition. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Befund von Relevanz für die therapeutische Anwendung ist. Während der Behandlung mit Micafungin muss die Leberfunktion sorgfältig kontrolliert werden. Frühzeitiges Absetzen von Mycamine wird empfohlen, wenn die ALT/AST Werte signifikant und dauerhaft erhöht sind, um das Risiko adaptiver Regenerierung und eventueller anschließender Bildung von Lebertumoren zu minimieren. Eine Behandlung mit Micafungin sollte auf Basis einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Bewertung erfolgen, insbesondere bei Patienten mit Leberinsuffizienz oder chronischen Lebererkrankungen, welche bekanntermaßen präneoplastische Prozesse darstellen wie fortgeschrittene Leberfibrose, Zirrhose, Virushepatitis, Lebererkrankung bei Neugeborenen oder kongenitale Enzymdefekte oder bei Patienten, die eine Begleittherapie erhalten insbesondere mit hepatotoxischen und/oder genotoxischen Eigenschaften. Die Behandlung mit Micafungin wurde mit signifikanter Beeinträchtigung der Lebefunktion (Anstieg der ALT, AST oder des Gesamtbilirubins um ein Dreifaches des ULN) sowohl bei gesunden Probanden als auch Patienten in Verbindung gebracht. Bei einigen Patienten wurden schwerere Leberfunktionsstörungen, Hepatitis oder Leberversagen (einschließlich Todesfällen) berichtet. Kinder < 1 Jahre neigen möglicherweise eher zu Leberschäden (siehe Nachteilige Reaktionen). Zur Pharmakokinetik von Micafungin bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen keine ausreichenden Daten vor. Bei der Anwendung von Micafungin kann es zu anaphylaktoiden Reaktionen bis hin zum Schock kommen. Unter diesen Umständen ist die Micafungin-Infusion abzubrechen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Unter Micafungin wurde selten über Hämolyse einschließlich akuter intravasaler Hämolyse oder hämolytische Anämie berichtet. Patienten, die während einer Behandlung mit Micafungin klinische Anzeichen oder Laborwerte einer Hämolyse entwickeln, sind engmaschig auf eine Verschlechterung dieses Zustandes hin zu überwachen. In solchen Fällen ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Fortsetzung der Micafungin-Therapie zu prüfen. Micafungin kann Nierenprobleme, Niereninsuffizienz und abweichende Werte bei Nierenfunktionstests verursachen. Patienten sollten engmaschig hinsichtlich einer Verschlechterung der Nierenfunktion überwacht werden. Die Inzidenz einiger Nebenwirkungen war bei Kindern höher als bei Erwachsenen (siehe Nachteilige Reaktionen). Dieses Arzneimittel zur intravenösen Verabreichung enthält Lactose. Patienten mit seltenen angeborenen Problemen von Galaktoseintoleranz, Lapp-Laktase-Mangel oder Glucose-Galactose- Malabsorption sollten dieses Medikament nicht einnehmen.
Micafungin hat ein geringes Potenzial von Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die über CYP3Avermittelte Bahnen metabolisiert werden. Zur Ermittlung des Potenzials von Wechselwirkungen zwischen Micafungin und Mycophenolatmofetil, Ciclosporin, Tacrolimus, Prednisolon, Sirolimus, Nifedipin, Fluconazol, Ritonavir, Rifampicin, Itraconazol, Voriconazol und Amphotericin B wurden Studien an gesunden Probanden durchgeführt. Es ergab sich kein Hinweis auf Veränderungen der Pharmakokinetik von Micafungin. Bei gleichzeitiger Verabreichung dieser Arzneimittel ist eine Dosisanpassung von Micafungin nicht erforderlich. Bei Anwesenheit von Micafungin waren die Plasmaspiegel (AUC) von Itraconazol, Sirolimus und Nifedipin leicht erhöht (um 22 %, 21 % bzw. 18 %). Patienten, die Sirolimus, Nifedipin oder Itraconazol in Kombination mit Mycamine erhalten, sind auf eine toxische Wirkung von Sirolimus, Nifedipin oder Itraconazol zu überwachen. Bei Bedarf ist die Dosierung von Sirolimus, Nifedipin oder Itraconazol zu reduzieren. Schwangerschaft und Stillzeit: Über die Anwendung von Micafungin bei schwangeren Patientinnen liegen keine klinischen Daten vor. In Tierstudien passierte Micafungin die Plazentabarriere und induzierte Reproduktionstoxizität. Es ist nicht bekannt, ob für den Menschen ein potenzielles Risiko besteht. Micafungin darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist unbedingt erforderlich. In Tierstudien wurde Micafungin in die Muttermilch ausgeschieden. Ob Micafungin auch in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird, ist nicht bekannt. Bei der Entscheidung, ob weiterhin gestillt werden sollte, bzw. ob die Therapie mit Micafungin abgebrochen oder fortgesetzt werden sollte, ist der Nutzen des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Therapie mit Mycamine für die Mutter abzuwägen. In Tierstudien wurde testikuläre Toxizität beobachtet. Micafungin kann möglicherweise die männliche Fertilität beim Menschen beeinträchtigen.
Dem Sicherheitsprofil von Mycamine liegen die Daten von 3028 Patienten zugrunde, die im Rahmen klinischer Studien mit Micafungin behandelt wurden: 2002 Patienten mit Candida-Infektionen (einschließlich Candidämie, invasive Candidose und ösophageale Candidose), 375 Patienten mit invasiver Aspergillose (hauptsächlich behandlungsresistente Infektionen) und 651 Fälle einer Prophylaxe systemischer Pilzinfektionen. Bei den im Rahmen klinischer Untersuchungen mit Micafungin behandelten Patienten handelt es sich um eine schwerstkranke Population, die eine Vielzahl anderer Arzneimittel einschliesslich antineoplastisch wirksamer Chemotherapeutika, hochwirksamer systemischer Immunsuppressiva und Breitbandantibiotika benötigt. Diese Patienten litten an den verschiedensten komplexen Grunderkrankungen wie maligne Erkrankungen des Blutes und HIV-Infektion, waren Transplantatempfänger und/oder befanden sich auf einer Intensivstation. Die prophylaktisch mit Micafungin behandelten Patienten hatten sich einer hämatopoetischen Stammzellentransplantation (HSZT) unterzogen und trugen ein hohes Risiko für Pilzinfektionen. Insgesamt kam es bei 32,2 % der Patienten zu Nebenwirkungen. Am häufigsten wurde über Übelkeit (2,8 %), erhöhte alkalische Phosphatase im Blut (2,7 %), Phlebitis (2,5 %, hauptsächlich bei mit HIV infizierten Patienten mit peripheren Kathetern), Erbrechen (2,5 %) und erhöhte Aspartataminotransferase (2,3 %) berichtet. Eine Analyse der Sicherheitsdaten nach Geschlecht bzw. ethnischer Zugehörigkeit ergab keine klinisch bedeutsamen Unterschiede. Mögliche allergieartige Symptome Im Rahmen klinischer Studien wurde über Symptome wie Hautausschlag und Rigor berichtet. Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um Reaktionen leichten oder mäßigen Schweregrades, die keine Einschränkung der Behandlung erforderlich machten. Schwerwiegende Arzneimittelwirkungen wie anaphylaktoide Reaktionen (0,2 %, 6/3028) traten während der Behandlung mit Micafungin gelegentlich und nur bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen auf (z. B. AIDS im fortgeschrittenen Stadium, Krebsleiden), die eine Vielzahl von Arzneimitteln benötigten. Hepatische Nebenwirkungen Die Gesamthäufigkeit unerwünschter Wirkungen auf die Leber bei mit Micafungin behandelten Patienten in klinischen Prüfungen betrug 8,6 % (260/3028). In den meisten Fällen handelte es sich um Reaktionen leichten oder mäßigen Schweregrades. Am häufigsten waren ein Anstieg von AP (2,7 %), AST (2,3 %), ALT (2,0 %), Bilirubin im Blut (1,6 %) sowie abnorme Leberfunktionstests (1,5 %) zu beobachten. Wenige Patienten (0,1 %, 0,4 % schwerwiegend) brachen die Behandlung aufgrund eines hepatischen Ereignisses ab. Gelegentlich kam es auch zu schwerwiegenden Leberfunktionsstörungen (siehe Spezielle Vorkehrungen). Reaktionen an der Einstichstelle Keine der an der Injektionsstelle auftretenden Nebenwirkungen führte zu einer Einschränkung der Behandlung. Kinder Bei Kindern kamen einige der unerwünschten Reaktionen (siehe Tabelle unten) häufiger als bei Erwachsenen vor. Darüber hinaus zeigten Kinder < 1 Jahr ca. zweimal häufiger einen Anstieg in ALT, AST und AP als ältere Kinder (siehe Spezielle Vorkehrungen). Die wahrscheinlichste Ursache für diese Unterschiede waren die in klinischen Studien beobachteten unterschiedlichen Grunderkrankungen im Vergleich zu Erwachsenen und älteren Kindern. Bei Eintritt in die Studie war der Anteil Kinder mit Neutropenie um ein Mehrfaches höher als bei Erwachsenen (40,2 % Kinder vs. 7,3 % Erwachsene), sowie auch allogene HSZT (29,4 % bzw. 13,4 %) und hämatologische Malignitäten (29,1 % bzw. 8,7 %). Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems häufig Thrombozytopenie Herzerkrankungen häufig Tachykardie Gefäßerkrankungen häufig Hypertonie, Hypotonie Leber- und Gallenerkrankungen häufig Hyperbilirubinämie, Hepatomegalie Erkrankungen der Nieren und der Harnwege häufig Akutes Nierenversagen, Harnstoff im Blut erhöht
Astellas Pharma
Published Friday 20 February 2009
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